- Bitte Kapitel wählen:
Ist die Wärmepumpe ökologisch und wirtschaftlich?
Die Wärmepumpe wird in der jetzigen Zeit als ökologisches und energiesparendes Heizsystem verkauft. Dies ist bei sehr gut gedämmten Neubauten sicherlich richtig, bei schlecht sanierten Altbauten ist die Wärmepumpe eher nicht zu empfehlen. Auch sind monovalente Luft-Wasserwärmepumpen mit den angegebenen Leistungszahlen kritisch zu betrachten. Bei dem heute eingesetzten Energiemix muss die Primärenergieeinsparung durch die Wärmepumpe in frage gestellt werden.
Solange der Strom zentral aus fossilen Kraftwerken ohne Abwärmenutzung und mit der exponierten Lage verbundenen Übertragungsverlusten erzeugt wird, ist der ökologische Aspekt der Wärmepumpe in Frage zu stellen.
Die Arbeitszahl ist das Verhältnis zwischen erzeugter Energie (in kWh) und der eingesetzten elektrischen Arbeit (kWh) in einem festgelegten Zeitraum (meist 1Jahr). Damit kann die energetische Qualität einer Anlage bewertet werden. Zu der eingesetzten Arbeit gehören aber auch alle Komponenten (Pumpen, elektrische Nachheizung). Gerade die Anhebung des Temperaturniveaus mit einem elektrischen Heizstab wird oft nicht in die Energiebilanz mit eingezogen, würde dieses Verhältnis messtechnische erfasst, würden die Arbeitszahlen in der Praxis in manchen Fällen sicherlich ernüchternd ausfallen. Ein einfaches Modul zur Kontrolle bietet die Technische Alternative an. www.ta.co.at/frei-programmierbare-mehrkreisregler/ (CAN Energiezähler)
Beispiel Luft-Wasser Wärmepumpe:
Einfaches Beispiel zur Veranschaulichung
Gewünschte Raumtemperatur +20°C (Vorlauf Fußbodenheizung +30-40°C)
Außentemperatur -10°C
Differenz 50 Kelvin
Da Energie nicht verloren gehen kann, sondern nur gespeichert, verteilt und umgewandelt werden kann (Energieerhaltungssatz) muss die Differenz (50 Kelvin) über die Wärmepumpe elektrisch erzeugt werden. Bei der Warmwasserbereitung (Vorlauf 60-65°C) ist die Differenz sogar 75 Kelvin!
Bei der Wärmequelle Erdreich / Wasser ist das Temperaturniveau ~+10°C, um die gewünschte Vorlauftemperatur zu erreichen wird deshalb weniger elektrische Energie benötigt.
Dies ist keine Mathematische Gleichung, sondern dient nur zur Veranschulichung.
Fazit:
Je geringer das Temperaturniveau der Energiequelle Umwelt und je höher der benötigteVorlauftemperatur, um so mehr muss diese Differenz mit elektrischer Energie (Strombezug) ausgeglichen werden. Daran kann auch eine immer effizienter werdende Gerätetechnik (Arbeitszahl) nur wenig ändern.
Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vom 24.11.2009
Wärmepumpen - Werbung häufig irreführend
Einige Anbieter von Wärmepumpen bewerben ihre Produkte mit übertriebenen oder irreführenden Aussagen zu deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Wer das für bare Münze nimmt, erlebt bisweilen unangenehme Überraschungen bei der ersten Stromrechnung. Die Verbraucherzentralen bieten jetzt eine umfangreiche Checkliste an, die Hauseigentümern bei Planung und Installation einer Wärmepumpe helfen soll, typische Fehler und überzogene Erwartungen zu vermeiden. Die Checkliste gibt Antworten zu den wichtigsten technischen Fragen und Handlungsempfehlungen zu Anschaffung und Betrieb einer Wärmepumpe. Sie ist kann am Ende des Textes herunter geladen werden.
"Nie mehr Heizkosten" oder "Heizkosten auf ein Viertel reduziert" - solche und ähnliche unseriöse Aussagen fand die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, als sie im Internet Aussagen von Anbietern unter die Lupe nahm. Einige Hersteller, Energieversorger und Fachfirmen preisen Wärmepumpen als Wunderwaffe gegen steigende Energiepreise an. Dabei wird gerne verschwiegen, dass der Einsatz einer Wärmepumpe nur unter ganz bestimmten Bedingungen ökonomisch sinnvoll ist und lohnende Energie- und Kosteneinsparungen bewirkt. Aussagen, wie "Vorlauftemperatur bis 75° Celsius möglich", verschleiern die damit einhergehende Effizienzeinbuße. Denn nur bei niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen in Verbindung mit einer guten Wärmedämmung arbeiten Wärmepumpen effizient. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Wärmeerzeugung durch Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Außentemperaturen um die -20° Celsius wird häufig als unproblematisch dargestellt. Dabei verschweigt die Werbung gerne, dass bei derart niedrigen Außentemperaturen für die Wärmeerzeugung eine meist elektrische Zusatzheizung zugeschaltet werden muss. Das kann die Stromrechnung erheblich in die Höhe treiben.
"Nie mehr Heizkosten" oder "Heizkosten auf ein Viertel reduziert" - solche und ähnliche unseriöse Aussagen fand die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, als sie im Internet Aussagen von Anbietern unter die Lupe nahm. Einige Hersteller, Energieversorger und Fachfirmen preisen Wärmepumpen als Wunderwaffe gegen steigende Energiepreise an. Dabei wird gerne verschwiegen, dass der Einsatz einer Wärmepumpe nur unter ganz bestimmten Bedingungen ökonomisch sinnvoll ist und lohnende Energie- und Kosteneinsparungen bewirkt. Aussagen, wie "Vorlauftemperatur bis 75° Celsius möglich", verschleiern die damit einhergehende Effizienzeinbuße. Denn nur bei niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen in Verbindung mit einer guten Wärmedämmung arbeiten Wärmepumpen effizient. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Wärmeerzeugung durch Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Außentemperaturen um die -20° Celsius wird häufig als unproblematisch dargestellt. Dabei verschweigt die Werbung gerne, dass bei derart niedrigen Außentemperaturen für die Wärmeerzeugung eine meist elektrische Zusatzheizung zugeschaltet werden muss. Das kann die Stromrechnung erheblich in die Höhe treiben.
Die vollständige Pressemitteilung kann bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz unter http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/UNIQ125992191426547/link645591A.html eingesehen werden.
© Copyright Alexander Schaaf (Vervielfältigung ohne Zustimmung des Autors verboten)

