- Bitte Kapitel wählen:
aufsteigende Feuchte (15)
Die aufsteigende Feuchte ist, neben der Kondensatfeuchte, eine häufign vorzufindende Schadensursache. Fast alle älteren Gebäude haben eine fehlende oder defekte Horizontalsperre. Bei keiner anderen Schadensursache ist die Meinung der Fachwelt aber so gespalten. Dies macht es für den Kunden umso schwerer, die Notwendigkeit einer Sanierung zu erkennen, sowie das richtige Saniersystem bei aufsteigender Feuchte auszuwählen. Auch ist eine einfache Erklärung über die komplexen Vorgänge aufsteigende Feuchte selbst unter Fachleuten nur schwer umsetzbar. Teilt man das oft zitierte Wort Kapillare Kräfte auf erhält man:
|
|
Sandst.1
|
Sandst.2
|
Sandst.3
|
Ziegel 1
|
Ziegel 2
|
Ziegel 3
|
|
|
Porosität P [Vol.-%]
|
23,77
|
23,48
|
23,03
|
42,45
|
43,15
|
41,96
|
|
|
spez. Oberfl. O [m2/g]
|
2,015
|
1,672
|
1,905
|
4,284
|
4,285
|
4,181
|
|
|
Rohdichte Proh [g/cm³]
|
2,09
|
2,10
|
2,09
|
1,62
|
1,62
|
1,62
|
|
|
Reindichte Prein [g/cm³]
|
2,74
|
2,74
|
2,71
|
2,82
|
2,84
|
2,80
|
|
|
Dichte PH20[g/cm³]
|
2,33
|
2,33
|
2,32
|
2,05
|
2,05
|
2,04
|
|
|
Porositätsanteil
|
< 0,01ym
[0,01; 0,1ym]
[0,1; 1ym]
> 1ym
|
3 %
6 %
8 %
81%
|
2 %
5 %
6 %
84%
|
3 %
7 %
8 %
80%
|
2 %
10%
83%
5 %
|
2 %
10%
83%
5 %
|
2 %
10%
84%
4 %
|
|
mittlerer Porenradius a [ym]
|
9,256
|
13,148
|
8,301
|
0,367
|
0,375
|
0,358
|
|
Abhängig ist die Feuchtespeicherung und der Feuchtetransport in kapillarporösen Materialien von vielen weiteren Faktoren wie zum Beispiel:
- der rel. Luftfeuchte
- dem Kapillardruck
- der Temperatur
- dem offenen zugänglichen Porenvolumen
- dem Wassergehalt am Transitions-Punkt
- dem Salzdiffusionskoeffizienten
- der Porenstruktur des Baustoffes
- der Porenmorphologie
- dem Salzgehalt (Verbindungen, die im festen Zustand aus Ionen bestehen)
- und viele andere.
- Kapillardruck
- Dampfdruck
- FGasdruck
- Temperaturgradienten
- Wasserdruck
- Adhäsions- und Kohäsionskräfte
- Felektrisches Potential
- und viele andere.
Unter „günstigen“ Umständen kann die Feuchte im Mauerwerk (egal ob aufsteigend, drückend Oberflächenwasser oder Kondensatfeuchte) bis über EG eindringen.
Es besteht immer schon ein schwaches natürliches elektrisches Potential zwischen erdberührten Bauteilen (positiv) und luftberührten Bauteilen (negativ). Dieses elektrische Potential hängt von vielen Faktoren ab und hat eine elektrische Spannung von wenigen milli Volt (mV) und in Ausnahmefällen auch einige Volt.
Diese Vorgänge können auch in der Natur beobachtet werden. Alle Bäume, Sträucher und sonstige Pflanzen bedienen sich auch des elektroosmotischen Prinzips zum Transport der Bodenfeuchte in die Pflanze bis in die Baumspitzen. Eine Buche fördert so z.B. ca. 50l Wasser / Tag aus dem Boden. Bei den Mammutbäumen in den USA werden sogar Höhen von 80 Metern überwunden. Dadurch wird klar, dass diese Vorgänge nicht alleine mit den Kapillaren erklärt werden können. Bei den Mammutbäumen müsste dazu ein Druck von 8 bar (80m Wassersäule = 8 bar) aufgebaut werden!
Das dafür notwendige Potential kann jeder selbst nachmessen. Sie brauchen dazu nur ein Gleichspannungsmessgerät mit einem Messbereich in mV (milli Volt DC). Stecken Sie dazu eine Messspitze in den Boden und die andere so hoch wie möglich in die Baumrinde. (Am besten ist dies bei feuchtem Boden nach einem Regen möglich) Das Messgerät wird Ihnen eine geringe Gleichspannung in mV-Bereich anzeigen.
Wenn Sie die Messstrippen vertauschen ändert sich das Vorzeichen (Polarität). Diese Messung kann auch im Keller bei aufsteigender Feuchte versucht werden.
© Copyright Alexander Schaaf (Vervielfältigung ohne Zustimmung des Autors verboten)

